Åmål damals und jetzt
Schon im 14. Jahrhundert wird Åmål in Schriften erwähnt. In all den Jahren hat es unterschiedliche Schreibweisen des Namens gegeben und man ist sich nicht sicher, was er bedeutet. Einiges spricht dafür, dass sich Åmål aus Åmolle, was “Mühlen am Fluss“ bedeutet, entwickelt hat. Zu dieser Zeit hat es an dem Fluss (“å“ = kleiner Fluss, Bach) verschiedene Mühlen (altertümlich Schwedisch = “molle“) gegeben.
Am 1. April 1643 erhielt Åmål die Stadtrechte als Königin Kristina den Privilegienbrief unterzeichnete. Inzwischen hatte sich Åmål zu einem Handelsplatz an der Mündung des kleinen Flusses Åmålså entwickelt.
Heute windet sich der Fluss durch das Stadtzentrum vorbei am Marktplatz und dem Stadtpark “Plantaget“. Trotz der drei großen Brände, die Åmål in den letzten Jahrhunderten heimsuchten, befinden sich in Åmåls Zentrum viele alte Gebäude mit kulturhistorischem Wert. Durch den letzten Brand 1901 wurden tausend Menschen obdachlos, aber zum Glück kam niemand zu Schaden. Der Teil des Zentrums, der ohne Folgen den Brand überstand, stellt weiterhin das typische alte Stadtbild dar. Heut liegt dort auch der Stadtpark “Plantaget“, der früher der alte Marktplatz war. An einer Stelle wird gezeigt, wie der ehemalige Boden des alten Marktplatzes früher aussah: große, runde, ungleichmäßige Steine. Nicht einfach, darüber zu gehen! Später wurde der Marktplatz mit samt seinem Handel auf die andere Seite des kleinen Flusses verlegt und aus „Plantaget“ wurde ein Park.
“Plantaget“ und die Gebäude rundherum gehören zu den am besten bewahrten Stadtzentren des 18. Jahrhunderts in Schweden. Dabei sind die Gebäude nicht nur beeindruckende Kulturdenkmäler, sondern auch weiterhin ein lebendiger Teil Åmåls mit Wohnraum und unterschiedlichen Firmen und Geschäften.
Am Ende des 19. Jahrhunderts kam die Eisenbahn und mit ihr die Industrialisierung. Heutzutage ist Åmål ein Stadt mit einer gut entwickelten Wirtschaft und einem bedeutenden Waren- und Dienstleistungsaustausch mit Europa und der restlichen Welt. Neben internationalen Firmen und kleineren Produktionsstätten entwickelt sich zunehmend der Dienstleistungssektor, insbesondere im rasant wachsenden Tourismusbereich.
Selbstverständlich bietet Åmål ein umfangreiches und vielfältiges Natur-, Freizeit- und Sportangebot! Darüber hinaus aber ist Kultur ein wichtiger Teil des Alltags. Dies zeigt sich u.a. in den vielen Konzerten mit ganz unterschiedlichen Musikrichtungen, den zahlreichen Galerien, Åmåls Kunsthalle, den regelmäßigen Gastspielen der Göteborger Oper sowie dem Karlbergs-Gymnasium mit seinem Musik- und Tanzschwerpunkt und den dazugehörenden vielen Auftritten und Vorführungen.